Gehirnwellen - Frequenzen verstehen
- Martin T
- 24. Sept.
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 7. Okt.

Warum gibt es unterschiedliche Gehirnwellen?
Durch die unterschiedlichen Gehirnwellen können geistige und körperliche Funktionen je nach Situation gesteuert und angepasst werden. Jede Gehirnwellen-Frequenz hat spezielle Aufgaben in Prozessen wie Entspannung, Konzentration, Lernen, Schlaf und emotionaler Regulation. Ein entspannter Zustand mit Alphawellen ist z.B. optimal für Kreativität, während Beta-Wellen für fokussierte, analytische Aufgaben benötigt werden. Delta-Wellen sind essenziell für die Erholung im Schlaf und den Erhalt der emotionalen Stabilität. Gamma-Wellen unterstützen komplexe Denkprozesse und die bewusste Wahrnehmung.
Arten von Gehirnwellen
Delta-Wellen (< 4 Hz)
Verbunden mit tiefem, traumlosem Schlaf und sehr tiefer Entspannung. Diese Wellen
sind wichtig für Regeneration (Heilung) und emotionale Stabilität.
Theta-Wellen (4–8 Hz)
Sind charakteristisch für tiefe Meditation, Trance und den Zugang zum
Unterbewusstsein, wo intuitive und spirituelle Einsichten entstehen können.
Alpha-Wellen (8–13 Hz)
Sind mit innerer Ruhe, Kreativität sowie mentaler Klarheit verbunden und helfen, Stress
zu reduzieren. Sie stehen für entspannte Wachheit und kreative Inspiration, oft erlebt in
leichter Meditation und spiritueller Gelassenheit.
Beta-Wellen (13–30 Hz)
Dominieren bei hoher Konzentration, Problemlösung und aktiver kognitiver
Verarbeitung. Sie stehen für Wachsamkeit und schnelle Reaktionen auf äußere Reize.
Gamma-Wellen (30–100 Hz)
Sind die schnellsten Wellen, die mit komplexer Informationsverarbeitung,
Lernprozessen, bewusster Wahrnehmung und Integration sensorischer Daten assoziiert
werden. Sie werden auch mit höchsten Bewusstseinszuständen, spiritueller Erleuchtung
und der Erfahrung von Einheit in Verbindung gebracht.
Methoden zum Erreichen von gewünschten Gehirnwellen
Meditation
Verändert das Gehirn strukturell (anatomisch) als auch funktionell. Die Auswirkungen hängen von der Art, Dauer und Regelmäßigkeit der Praxis ab. Strukturell zeigt sich bei Menschen, die regelmäßig meditieren eine Verkleinerung der Amygdala, die an Reaktionen wie Angst, Stress und emotionaler Reaktivität beteiligt ist. Die Verkleinerung korreliert mit dem Rückgang des Stressempfindens.
Funktionell zeigt sich durch Meditation eine geringere Aktivität in dem sogenannten "Default Mode Network (DMN)", das mit Grübeln und Selbstbezogenheit in Verbindung steht sowie eine erhöhte Aktivität in Bereichen des Gehirns, die mit Aufmerksamkeit und Selbstkontrolle zu tun haben. Die Verbindungen von Gehirnarealen, die an unserer Aufmerksamkeit, Körperwahrnehmung und Emotionsregulation beteiligt sind nehmen zu.
2. Atemübungen
Zur Senkung von Gehirnwellenfrequenzen (z. B. von Beta in Alpha oder Theta), eignen
sich Atemübungen, die das Nervensystem beruhigen und den parasympathischen
Modus aktivieren. Ein Beispiel ist die 4-7-8 Atmung. Durch diese Atemübung können
Beta-Wellen reduziert (Stress, Grübeln, starke Anspannung) und Alpha-/Theta-Wellen
gefördert werden (Ruhe, Kreativität, Meditation). Dazu atmet man vier Sekunden ein, hält
den Atem sieben Sekunden an und atmet acht Sekunden durch den Mund wieder aus.
Binaurale Beats
Sind eine auditive Technik, mit der man Gehirnwellenfrequenz gezielt beeinflussen kann.
Dazu werden den beiden Ohren über einen Kopfhörer zwei leicht unterschiedliche Töne vorgespielt. Das rechte Ohr hört z.B. einen Ton von 200 Hz, das linke von 210 Hz. Unser Gehirn nimmt die Differenz von 10 Hz wahr, obwohl dieser Ton real nicht existiert. Diese 10Hz sind der binaurale Beat (die Frequenz), durch die sich das Gehirn synchronisiert. Unser Gehirn tendiert dazu, sich mit der externen Frequenz zu synchronisieren, die durch den binauguralen Beat erzeugt wird. Dieser Effekt nennt sich „Frequenz-Folge-Reaktion“. Höherfrequente Beta-Wellen (13–30 Hz) können dadurch auf niederfrequente Alpha-Wellen (8–13 Hz) und/oder Theta-Wellen (4–8 Hz) gesenkt werden. Das Erreichen von tiefen meditativen Zuständen kann erleichtert und die Lernfähigkeit, Schlafqualität oder Kreativität verbessert werden.
4. Neurofeedback
Neurofeedback (EEG-Biofeedback) ist eine Technik, durch die man in Echtzeit ein
visuelles oder akustisches Feedback über die Gehirnwellenaktivitäten bekommt.
Auf diese Weise können bestimmte Gehirnwellen gezielt gefördert oder verringert
werden. Bei zu viel hohem Beta (20+ Hz) fühlt man sich oft unruhig, überstimuliert und
innerlich gehetzt. Das Ziel des Neurofeedback-Trainings wäre es in diesem Fall das
Beta zu senken und Alpha oder Theta zu steigern. Das Gehirn lernt durch "Belohnung"
(Biofeedback), welche Zustände „erwünscht“ sind. Über Zeit verbessert sich dadurch die
Fähigkeit, Alpha- oder Theta-Zustände bewusst zu erzeugen.
Hypnose und Selbsthypnose
Während der Hypnose wird der präfrontale Kortex (Verstand, Kritik) "leiser" und der Zugang zum limbischen System (Emotion, Erinnerung) öffnet sich. Die hypnotisierte Person ist wach, befindet sich aber in einem tief fokussierten, suggestiblen Zustand. Neurophysiologisch zeigt das EEG eine Zunahme von Alpha- und Theta-Wellen,
Abnahme von hohen Beta-Wellen und in tiefer Hypnose manchmal sogar Delta-Anteile (wie im Schlaf).
Bei der Selbsthypnose lernt man sich selbst in Trance zu versetzen. Der Fokus liegt dabei auf der Kombination von langsamen Atmen, mentalen Bildern und Suggestionen. Auf diese Weise können Alpha/Theta-Zustände in wenigen Minuten erreicht werden.
Moderne Technologien
Weil das Gehirn mit elektrischen Strömen und damit automatisch auch mit elektromagnetischen Feldern arbeitet, kann es auf externe rhythmische Felder reagieren. Magnetfelder induzieren winzige elektrische Ströme in Nervenzellen. "Pulsierende elektromagnetische Felder (PEMF)" können Gehirnwellen beeinflussen, indem sie auf die elektrische Aktivität des Gehirns einwirken. Werden Ströme rhythmisch appliziert (z. B. 10 Hz), kann sich das Gehirn mit diesen synchronisieren (Entrainment). Studien zeigen dass durch 10 Hz PEMF die Alpha-Aktivität erhöht (entspannend, kreativ) und durch 4–8 Hz PEMF die Theta-Aktivität gefördert (meditativ, schlaffördernd) wird. Die Wirkung ist sehr ähnlich wie bei den "binauralen Beats2, nur dass hier magnetische Felder statt akustischer Reize angewendet werden.
"Gehirnwellen-Training" zur Förderung der Spiritualität
Spirituelle Entwicklung benötigt einen klaren inneren Raum, den man über die bewusste Steuerung der eigenen Gehirnwellenmuster erreichen kann. "Heiler" sollte lernen vom Tagesbewusstsein ausgehend, gezielt in Alpha-, Theta- und ggf. Gamma-Zustände wechseln zu können. Dies hilft ihnen sich selbst zu reinigen und zentrieren, Heilenergien besser empfangen und leiten, mit geistigen Führern / Seelenebenen in Kontakt zu kommen und intuitive Informationen (Hellfühlen, Hellwissen, Hellsehen) empfangen zu können. Durch ein Gehirnwellen-Training während der Ausbildung zum geistigen Heiler und bei der folgenden Weiterentwicklung von Fähigkeiten wäre eine Rückmeldung zum Entwicklungsstand der eigenen Spiritualität, der Intuition, der medialen Wahrnehmung sowie zum höheren Bewusstsein möglich.
Literatur
Anna Wise: Awakened Mind Training - Ein Hirnwellen-Trainingsprogramm
👉 Welche Techniken nutzt ihr um bestimmte Gehirnwellenmuster bzw. spirituelle Zustände zu erreichen?




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