Ein Traum von Island – Naturkräfte und die Mechanismen der Regulation
- Martin T
- vor 7 Tagen
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Aktualisiert: vor 4 Tagen

Ein Traum von Island – Naturkräfte und die Mechanismen der Regulation
Wie Natur, Medizin und energetisches Heilen denselben Gesetzmäßigkeiten folgen
Der Moment des Einschlafens verschwimmt.
Plötzlich stehe ich auf Island –
nicht vor einer Landschaft,
sondern inmitten eines lebendigen Prozesses.
Wo Kräfte sichtbar werden
In einiger Entfernung steigt eine Säule heißen Dampfes aus der Erde..
Tief unten erhitzt Magma das eingeschlossene Grundwasser,
der Druck wächst,
bis er sich schließlich mit Wucht an die Oberfläche entlädt.
Ein Bild dafür, wie Energie hervorbricht,
wenn sie keinen Raum mehr findet.
Weiter vorn verläuft ein Spalt durch die Erdkruste —
eine sichtbare Spur von Verschiebung, Dehnung,
Spannung und Entladung.
Etwas abseits arbeitet ein Gletscher:
er knackt, drückt gegen Gestein, spaltet Fels —
ein langsames, kraftvolles Formen.
Über allem tanzen Polarlichter —
grüne, rote und violette Schleier —
geboren aus dem Zusammenprall energiereicher Sonnenwindteilchen
mit dem Magnetfeld der Erde.
Ein Impuls trifft auf ein anderes Feld –
und daraus entsteht etwas Neues: Licht.
Alles um mich herum ist in Bewegung.
Feuer, Eis, Erde und Licht wirken gleichzeitig,
formen unaufhörlich neu.
Während ich das betrachte, bemerke ich:
Diese Natur folgt denselben Prinzipien,
die Horst Krohne als harmonikale Gesetze beschreibt.
Die Sprache der Natur – und die Gesetzmäßigkeiten des Lebens
Alles ist bipolar:
Alles in der Natur folgt dem Prinzip der Polarität. In Zellen, Organen,
Nervensystemen und energetischen Prozessen entsteht Stabilität
durch das Zusammenspiel gegensätzlicher Kräfte.
Medizinisch:
Sympathikus und Parasympathikus, Erregung und Hemmung
sowie anabole und katabole Prozesse halten Körperfunktionen
durch ihr fein abgestimmtes Gegenspiel im Gleichgewicht.
Energetisch:
Yang und Yin stehen für die Pole von Aktivität und Ruhe.
Aus ihrem natürlichen Wechsel entsteht Ausgleich.
So wie Disharmonie andere Bereiche mitziehen kann,
kann sich auch ein Zustand von Balance ausweiten
und Stabilität im gesamten Feld fördern.
Alles ist Schwingung und Rhythmus.
Lebensprozesse folgen wiederkehrenden Mustern:
Atmung, Herz-Kreislauf-Regulation, und innere Abläufe
entstehen durch fortlaufende Veränderungen,
die sich rhythmisch organisieren.
Medizinisch:
Körperfunktionen zeigen natürliche Oszillationen –
vom Puls über hormonelle Zyklen bis zu Gehirnwellen.
Diese Rhythmen strukturieren den Organismus, stabilisieren Abläufe
und ermöglichen Anpassung an innere wie äußere Reize.
Energetisch:
Schwingung beschreibt den beständigen Wechsel von Energiequalitäten.
Rhythmus ordnet diesen Wandel.
Harmonie entsteht, wenn Yin und Yang im natürlichen Wechsel
ihr Gleichgewicht immer wieder neu finden.
Begegnung mit Eiríkur
Während ich die Kräfte der Natur wahrnehme,
steht jemand in meiner Nähe —
so selbstverständlich, als gehöre er zur Landschaft.
„Ich bin Eiríkur“, sagt er.
„Ich gehöre zu den Huldufólk —
jenen, die zwischen den Welten leben
und sich jeder Umgebung anpassen.“
Dann fragt er:
„Darf ich dir zeigen, wie diese Kräfte wirken –
und wie wir mit ihnen leben?“
Ich nicke.
Þingvellir – Wo Wandel sichtbar wird
Wir gehen entlang der Grabenbruchzone von Þingvellirs.
Hier driften tektonische Platten
um etwa zwei Zentimeter pro Jahr auseinander.
Kein Riss – ein Entstehungsraum.“
Während wir gehen,
nimmt Eiríkur erdige Töne an,
klar und mineralisch wie Basalt.
Vulkane bauen auf.
Gletscher schleifen ab.
Platten driften.
Landschaft entsteht.
Medizinisch:
Homöostase ist kein erreichter Normalzustand,
sondern ein dynamisches Ziel –
ein Gleichgewicht, das der Körper ununterbrochen nachjustiert,
weil äußere und innere Reize seine Regelkreise ständig beeinflussen.
Energetisch:
Balance ist keine statische Gegebenheit,
sondern ein fortlaufendes Harmonisieren der Energiefelder.
Der Körper ist nicht krank, er wird nur krank gesteuert.
„Wandel folgt überall denselben Mustern“, sagt Eiríkur.
Feuer – Die Kraft des bewussten Endens
In den Lavafeldern von Mývatn
schimmert Eiríkur wie von innen beleuchtet.
„Viele fürchten Feuer“, sagt er.
„Dabei beendet es nur, was seine Aufgabe erfüllt hat.“
Ich denke an:
"Apoptose"
den programmierten Zelltod
der beschädigte Zellen entfernt,
und Platz für Neues schafft.
„Schöpferische Zerstörung“.
Ende als Voraussetzung für Neues.
Medizinisch:
Selbstregulation
Energetisch:
Loslassen von alten Mustern.
„Ende ist nur eine Form von Ordnung“, erklärt Eiríkur.
Feuer schafft Raum.
Eis – Die Kraft der Integration
Auf dem Vatnajökull wirkt Eiríkur klarer, kühler.
„Wandel braucht Stabilität“, sagt er.
„Ohne Halt kann nichts Neues entstehen.“
Der Gletscher glättet, formt, ordnet –
im Verborgenen und doch wirksam.
Medizinisch:
In parasympathischer Ruhe beginnen Reparaturprozesse.
Regeneration entsteht, wenn Druck sinkt
und Rhythmen wieder greifen.
Energetisch:
Rückzug ist jene Phase,
in der sich innere Strukturen klären
und neue Orientierung entsteht.
„Wir ziehen uns nicht zurück, um starr zu werden“, sagt Eiríkur.
„Sondern um Ordnung zu gewinnen.“
Erde – Wenn das Unsichtbare Form annimmt
Zwischen Basaltsäulen und Lava
trägt Eiríkur Farben wie polierten Stein.
„Schau genau hin“, sagt er.
„Hier zeigt sich, was sonst verborgen bleibt.“
Magma steigt.
Material wandelt sich.
Neue Formen wachsen.
Wie im Menschen:
Zellen regenerieren
Prozesse ordnen sich
Erfahrungen prägen Nervennetze
Heilimpulse werden Struktur
Medizinisch:
Gewebe reagiert auf einen Reiz, passt sich an
und baut seine Struktur neu auf –
ein fortlaufender Prozess funktioneller und struktureller Anpassung.
Energetisch:
Feinstoffliche Impulse verdichten sich,
Energiefelder ordnen sich neu
und innerer Wandel tritt als Manifestation hervor –
sichtbar im Körper, im Verhalten, im Fühlen.
„Die Erde lehrt uns:
Wandel wird Gestalt.“
Polarlichter – Wie Wirkung sichtbar wird
Als die Nacht kommt, beginnen Polarlichter zu tanzen.
Eiríkur wirkt schemenhaft,
als hätte das Licht die Ränder seiner Gestalt aufgeweicht.
„Viele nennen es Magie“, sagt er.
„Doch es ist eine Wechselwirkung von Kräften.“
Teilchen des Sonnenwinds treffen auf das Magnetfeld der Erde,
werden abgelenkt und bringen Atome zum Leuchten.
Ein physikalischer Prozess —
und Bild dafür, wie Aktion und Reaktion Systeme formen.
Wie im Menschen:
Reiz löst eine körperliche Antwort aus
Begegnung erzeugt Emotion
Erfahrung verändert neuronale Verbindungen
Heilung schafft neue innere Ordnung
Medizinisch:
Reize lösen Antworten aus und verändern neuronale Muster.
Erfahrungen modifizieren Synapsen.
Energetisch:
Schwingung und Resonanz
„Wir stehen ständig in Wechselwirkung mit dem, was uns begegnet“, sagt Eiríkur.
„Und verändern uns dadurch.“
Die vier Kräfte Islands als Prinzipien des Lebens
„Feuer beendet das Überholte.
Eis trägt den Wandel.
Erde gibt Form.
Licht zeigt die Wirkung eines Impulses.
Island macht sichtbar,
was im Menschen oft verborgen bleibt.“
— Eiríkur
Was mir dieser Traum offenbarte
Eiríkur nickt kaum merklich –
eine Einladung, ihn eines Tages wieder zu begleiten.
Mein Traum bricht ab.
Ich wache auf.
Für einen Moment fühlt es sich an,
als stünde er noch neben mir.
Seine Worte begleiten mich in den Tag.
Erst jetzt wird mir klar,
was dieser Traum vermitteln wollte:
Natur und Mensch folgen denselben universellen Prinzipien –
jener Dynamik, die Wandel anstößt, Ordnung formt,
Erneuerung ermöglicht und Entwicklung vorantreibt.
Feuer – beendet, was keine Funktion mehr hat
Eis – stabilisiert, was wachsen möchte
Erde – verleiht Form
Licht – zeigt Wirkung, was ein Impuls bewirkt
Innere Antworten und neue Ordnung zeigen sich,
wenn wir den Signalen des Körpers
und Impulsen unseres Inneren Raum geben –
jenen Momenten, in denen Systeme sich neu ausrichten wollen.
Medizinisch:
Ein präziser Informationsaustausch hält physiologische Regelkreise stabil.
Belastungen und anhaltender Streß stören diese Abstimmung
und zwingen den Körper zur Kompensation.
Energetisch:
Unverarbeitete Erfahrungen wirken in den Feldern weiter,
verschieben die innere Ausrichtung
und verändern den Fluss der Regulation –
bis Bewusstwerden und Klärung
wieder Balance ermöglichen.
So wird die Verbindung zwischen Natur,
Medizin und energetischem Heilen sichtbar:
Alle drei beruhen auf denselben grundlegenden Abläufen –
Reiz und Antwort, Spannung und Entladung, Aufbau und Integration.
Entwicklung lässt sich nicht erzwingen
sie folgt ihrem eigenen Rhythmus.
Die Kräfte, die Island sichtbar macht,
wirken auch in uns –
beständig, verlässlich
und bereit, unseren Weg zu begleiten.




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