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Mounjaro und GLP-1-Wirkstoffe

Aktualisiert: 8. Juli

Sonniger Weg in der Natur als Symbol für gesunde Gewichtsabnahme, Durchhalten und Longevity.

Mounjaro und GLP-1-Wirkstoffe:

Wie Abnehmspritzen

Körpergewicht und Stoffwechsel verändern


Viele Menschen versuchen über Jahre,

ihr Körpergewicht zu senken.


Oft gelingt die Abnahme

nur kurzfristig.


Nach einiger Zeit

erreichen viele erneut

ihr früheres Körpergewicht.


Abnehmspritzen mit Wirkstoffen

wie Semaglutid

oder Tirzepatid

verändern den Blick

auf Adipositas.


Sie wirken auf hormonelle Signale

aus dem Darm.


Semaglutid wirkt vor allem

über GLP-1.


Tirzepatid ist der Wirkstoff

in Mounjaro.


Er nutzt ebenfalls den GLP-1-Weg

und zusätzlich den GIP-Weg.


Der Begriff Abnehmspritze

ist eine verkürzte

Alltagsbezeichnung.


Die medikamentöse Behandlung

ist ein Werkzeug,

kein Zauberstab.


Der zentrale Wirkansatz

liegt bei Hunger,

Sättigung,

Essensreizen

und Stoffwechsel.


Dadurch nehmen viele Menschen

weniger Energie auf.


Wenn der Körper über längere Zeit

mehr Energie verbraucht,

als aufgenommen wird,

nimmt Fettmasse ab.


Die Wirkung dieser Medikamente

macht deutlich,

dass Körpergewicht,

Appetit

und Stoffwechsel

durch biologische Signale,

Gewohnheiten,

Umgebung

und Lebensstil

geprägt werden.


Dieser Blog erklärt,

warum diese Wirkstoffe

entwickelt wurden,

wie sie wirken

und welche Fragen

daraus entstehen.



Warum sie

aus der Diabetesmedizin kommen


Ausgangspunkt war

die Regulation

des Blutzuckers.


Während der Verdauung

werden Kohlenhydrate

zu Glukose abgebaut.


Glukose gelangt

aus dem Darm

ins Blut.


Darauf reagiert

die Bauchspeicheldrüse.


In ihren Betazellen

wird Insulin gebildet

und in die Blutbahn ausgeschüttet.


Insulin wirkt als hormonelles Signal.


Es hilft den Körperzellen,

Glukose aus dem Blut

aufzunehmen.


Dort kann Glukose

zur Energiegewinnung genutzt

oder gespeichert werden.


Besonders die Muskeln

nehmen viel Glukose

aus dem Blut auf.


Wenn Muskel-,

Fett-

und Lebergewebe

vermindert auf Insulin ansprechen,

spricht man von Insulinresistenz.


Dann ist die Insulinwirkung

in diesen Geweben

vermindert.


Die Bauchspeicheldrüse

gleicht das zunächst

durch eine höhere Insulinausschüttung aus.


Wenn dieser Ausgleich

nicht mehr gelingt,

bleibt der Blutzucker

dauerhaft erhöht.


Dann entwickelt sich

ein Diabetes mellitus Typ 2.



Insulin, Bauchfett

und Fettleber


Diese Ausgleichsreaktion

wirkt auch auf den Fettstoffwechsel.


Solange die Bauchspeicheldrüse

mehr Insulin ausschüttet,

bleibt der Insulinspiegel

länger erhöht.


Bei Energieüberschuss

speichert der Körper

mehr Energie als Fett.


Ein Teil davon

lagert sich im Bauchraum

um innere Organe ein.


Dieses Fett wird

als viszerales Fett

bezeichnet.


Es ist besonders problematisch,

weil es Hormone

und Botenstoffe bildet,

die Entzündungsaktivität

und Insulinwirkung beeinflussen.


Auch Leberfett

nimmt zu.


So entsteht ein Kreislauf:


Viszerales Fett,

Leberfett

und chronische, niedriggradige

Entzündungsaktivität

schwächen die Insulinwirkung.


Dadurch steigt

der Insulinbedarf.


Ein dauerhaft erhöhter

Insulinbedarf

begünstigt weitere

Fetteinlagerung.



Wie GLP-1

nach dem Essen wirkt


Im Magen beginnt

die Verarbeitung

der Nahrung.


Im Dünndarm werden

Kohlenhydrate,

Fette

und Proteine

in kleinere Bestandteile gespalten.


Aus Kohlenhydraten entsteht dabei

vor allem Glukose.


Wenn Bestandteile der Mahlzeit

im Dünndarm ankommen,

reagieren spezialisierte L-Zellen

der Darmschleimhaut.


Sie geben Darmhormone ab.


Dazu gehört GLP-1.


Diese körpereigene GLP-1-Ausschüttung

lässt sich durch die Zusammensetzung

der Mahlzeit mit beeinflussen.


GLP-1 gelangt von dort

in die Blutbahn

und wirkt als Botenstoff.


Es bindet an GLP-1-Rezeptoren

unter anderem

in Bauchspeicheldrüse,

Magen-Darm-Trakt

und Gehirn.


Diese natürliche GLP-1-Reaktion

findet nach dem Essen

auch ohne Medikament statt.


Die Medikamente nutzen

denselben Signalweg,

bleiben aber deutlich länger aktiv.


Dadurch hält die Wirkung

auf Blutzucker,

Magenentleerung,

Hunger

und Sättigung

länger an.


Bei der Blutzuckerregulation

spielt die Bauchspeicheldrüse

eine zentrale Rolle.


Dort werden Insulin

und Glukagon gebildet.


Insulin senkt den Blutzucker,

Glukagon erhöht ihn

über die Glukoseabgabe

der Leber.


Wenn Glukose im Blut erhöht ist,

verstärkt GLP-1

die Insulinfreisetzung

und vermindert

die Glukagonfreisetzung.


Dadurch gibt die Leber

nach dem Essen

weniger Glukose

ins Blut ab.


Im Magen-Darm-Trakt

verlangsamt GLP-1

vor allem die Magenentleerung.


Über Signale zum Gehirn

beeinflusst es Hunger,

Sättigung

und Essensreize.



Darm, Gehirn

und Essverhalten


Essverhalten entsteht

aus mehreren Regelkreisen.


Der Verdauungstrakt meldet

Füllung

und Nährstoffaufnahme.


Diese Informationen werden

im Nervensystem

weiterverarbeitet.


Der Hypothalamus reguliert

Hunger,

Sättigung

und Energiehaushalt.


Belohnungsnetzwerke verbinden Essen

mit Verlangen,

Erinnerung,

Stress

und Gewohnheit.



Warum Essen im Kopf

so präsent werden kann


Hunger entsteht

aus Körpersignalen.


Er zeigt an,

dass der Körper

Energie oder Nährstoffe braucht.


Appetit entsteht durch Geruch,

Geschmack,

Erinnerung,

Stimmung

oder Gewohnheit.


Lust auf ein bestimmtes Lebensmittel

hängt häufig mit Belohnung,

Erfahrung

und Stressregulation

zusammen.


Viele Menschen kennen das:


Sie haben gegessen

und denken trotzdem

weiter an Essen.


Sie sehen etwas Süßes,

Salziges

oder besonders Schmackhaftes

und möchten zugreifen.


Oder sie essen abends

aus Erschöpfung,

obwohl kein körperlicher Hunger besteht.


Die Medikamente

verstärken Sättigungssignale

aus dem Verdauungstrakt

und wirken auf Hirnregionen,

die Nahrungsaufnahme,

Sättigung

und Essensreize steuern.


Viele Menschen berichten

unter der Behandlung,

dass der sogenannte Food Noise

abnimmt:


Essen ist im Alltag

weniger ständig präsent.


Essensimpulse lassen sich

leichter regulieren.


Auch der Einfluss

dieser Medikamente

auf Alkohol-

und Nikotinkonsum

wird derzeit untersucht.


Erste Studien deuten darauf hin,

dass GLP-1-Wirkstoffe

Alkoholverlangen

und Trinkmengen

verringern können.



Mounjaro:

GLP-1 und GIP


Tirzepatid aktiviert

neben dem GLP-1-Rezeptor

auch den GIP-Rezeptor.


Auch GIP ist

ein natürliches Darmhormon.


Es wird nach dem Essen

vor allem von K-Zellen

im oberen Dünndarm freigesetzt.


Glukose und Fette

regen diese Freisetzung

besonders an.


GIP unterstützt

nach dem Essen

die Insulinantwort

und beeinflusst

den Fettstoffwechsel.


Diese doppelte Aktivierung

ist ein Grund,

warum Tirzepatid in Studien

Blutzucker

und Körpergewicht

stärker senkte

als Wirkstoffe,

die nur am GLP-1-Rezeptor

ansetzen.



Begleitung der

medikamentösen Behandlung


Wenn Hunger

und Portionen kleiner werden,

wird die Zusammensetzung

der Mahlzeiten wichtiger.


Dann sollte die Versorgung

mit Makronährstoffen,

Mikronährstoffen,

Ballaststoffen

und Flüssigkeit

bewusst beachtet werden.


Makronährstoffe

sind Eiweiß,

Fette

und Kohlenhydrate.


Mikronährstoffe

sind Vitamine,

Mineralstoffe

und Spurenelemente.


Ballaststoffe

unterstützen Sättigung,

Darmfunktion

und Verdauung.


Eiweiß erhält dabei

eine besondere Bedeutung.


Es unterstützt den Erhalt

der Muskulatur

und fördert die Freisetzung

natürlicher Sättigungshormone

aus dem Darm,

darunter GLP-1.


Gewichtsverlust allein

sagt noch wenig darüber aus,

was im Körper verloren geht.


Aussagekräftiger ist

die Körperzusammensetzung:


weniger Fettmasse

bei möglichst gut

erhaltener Muskulatur.


Die Gewichtsstabilisierung

gelingt eher,

wenn Ernährung,

Bewegung mit gezielter Muskelbelastung,

erholsamer Schlaf

in einem möglichst regelmäßigen

Schlaf-Wach-Rhythmus

sowie Stressregulation

zusammenwirken.


Chronischer Stress kann über Stresshormone wie Cortisol

den Blutzucker,

den Insulinbedarf,

den Appetit

und die Einlagerung von Bauchfett beeinflussen.



Fettgewebe, Leptin

und Jojo-Effekt


Fettzellen bilden

das Hormon Leptin

und geben es ins Blut ab.


Leptin wirkt im Hypothalamus

als Signal

für die gespeicherte Energie

im Fettgewebe.


Nach einer Gewichtsabnahme

sinkt der Leptinspiegel

im Blut.


Dadurch lässt im Hypothalamus

die hemmende Wirkung

auf die Nahrungsaufnahme nach.


Dazu kommt

eine zweite Gegenregulation:


Der Körper kann

den Energieverbrauch stärker senken,

als es allein durch das geringere

Körpergewicht erklärbar wäre.


Evolutionär war das sinnvoll:


Gewichtsverlust bedeutete früher

häufig Nahrungsknappheit.


Heute kann dieselbe

energiesparende Gegenregulation

nach einer Gewichtsabnahme

den Jojo-Effekt begünstigen.


Während der Behandlung

verstärken die Medikamente

Signale für Sättigung

und die Regulation

von Essensreizen.


Wenn die Behandlung beendet wird,

lässt diese medikamentöse Unterstützung nach.


Hunger,

Essensreize

und frühere Essmuster

können dann wieder stärker

in den Vordergrund treten.


Deshalb braucht die Behandlung

von Anfang an

eine Strategie

für die Zeit danach.



Folgeerkrankungen,

Nutzen

und Nebenwirkungen



In einer großen Studie

senkte Semaglutid

bei Menschen mit Übergewicht

oder Adipositas,

bestehender

Herz-Kreislauf-Erkrankung

und ohne Diabetes

das Risiko schwerer

kardiovaskulärer Ereignisse.


Wie bei jeder Behandlung

können Nebenwirkungen auftreten.


Sie betreffen vor allem

den Magen-Darm-Trakt:


Übelkeit,

Völlegefühl,

Erbrechen,

Durchfall

oder Verstopfung.


Meist sind sie

leicht bis mittelgradig

und treten besonders

während der Dosissteigerung auf.


Ein Teil dieser Beschwerden

erklärt sich durch

die verlangsamte Magenentleerung

und die stärkere

Sättigungswirkung.


Kleinere Portionen,

langsameres Essen,

ausreichend Flüssigkeit

und eine schrittweise Dosissteigerung

können die Verträglichkeit verbessern.


Stärkere,

anhaltende

oder unklare Beschwerden

sollten abgeklärt werden.


Das gilt besonders

bei anhaltendem Erbrechen,

starken Bauchschmerzen,

Flüssigkeitsverlust

oder Kreislaufproblemen.


Je nach Schwere

und Dauer der Beschwerden

lässt sich entscheiden,

ob die Dosis beibehalten,

angepasst

oder eine Behandlungspause

notwendig ist.


Deshalb gehört

medizinische Begleitung

zur Behandlung.


Sie hilft,

Beschwerden unter der Behandlung

richtig einzuordnen


und die gesundheitlichen Folgen

einer fortbestehenden Adipositas

im Blick zu behalten.



Erstattung

und Präventionslücke


In Deutschland

sind GLP-1-

und GIP/GLP-1-Wirkstoffe

rezeptpflichtig.


Der Behandlungsgrund

entscheidet darüber,

ob eine Verordnung

als Kassenleistung möglich ist.


Bei Typ-2-Diabetes

kann das der Fall sein.


Für die medikamentöse

Gewichtsreduktion

bei Adipositas

besteht in der Regel

kein Anspruch auf Erstattung.



Die Präventionslücke

liegt darin:


Gewichtsreduktion

ist bei Adipositas

medizinisch begründet.


Die medikamentöse Unterstützung

wird in dieser Anwendung

jedoch anders bewertet

als die Behandlung

bereits eingetretener

Folgeerkrankungen.



Schlussgedanke


Adipositas,

starkes Übergewicht,

ist ein weltweites

Gesundheitsproblem.


Mehr als eine Milliarde Menschen

sind davon betroffen.



Adipositas erhöht

das Risiko für Erkrankungen,

die gesunde Lebenszeit

verkürzen.


Viele Faktoren,

die diese Erkrankungen begünstigen,

lassen sich beeinflussen.


Genau hier

setzt Prävention an.


Damit berührt

die Behandlung von Adipositas


gesunde Lebenszeit

erhalten und gewinnen.


Jahre mit

Beweglichkeit,

Selbstständigkeit

und Freude am Leben.



Medizinischer Hinweis

Dieser Artikel ersetzt

keine ärztliche Beratung.


GLP-1-

und GIP/GLP-1-Wirkstoffe

sollten nur nach medizinischer Abklärung

und unter ärztlicher Begleitung

angewendet werden.



 
 
 

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Dr. med. Martin Teschner


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