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„Haus der Wege" — eine Parabel über innere Heilung

Aktualisiert: 11. Nov.

Schmaler Steinweg, der einen grünen Berghang hinaufführt und im Nebel verschwindet. Am Ende des Weges strahlt ein helles Licht, das Richtung "Haus der Wege" weist. Das Bild vermittelt Stille, Weite und den Eindruck eines inneren, spirituellen Weges.
Der Pfad zum "Haus der Wege" führt nicht zu einem Ort – sondern zu dir.

„Haus der Wege“ — eine Parabel über innere Heilung

Es heißt, irgendwo hoch oben im Gebirge liege ein Haus, das man das Haus der Wege nennt.


Keine Landkarte führt dorthin.

Du findest es nur, wenn du innerlich bereit dazu bist.


Wer sich auf den Weg macht, sagt oft:

„Ich suche Heilung.“

Doch der Weg hat seine eigene Absicht.

 

 

Der Aufbruch: Warum du losgegangen bist

Menschen brechen auf, wenn eine leise Sehnsucht in ihnen ruft:

„Da gibt es mehr in dir, als du lebst.“


Einige wollen lernen, wie man andere heilt.

Andere hoffen auf Antworten.

Wieder andere möchten alten Schmerz hinter sich lassen.


Doch gleich nach den ersten Schritten geschieht etwas:

"Der Weg spiegelt dich."

Du merkst:

„Man kann diesen Weg nicht antreten, um vor sich selbst zu fliehen —

sogar das, wovor man flieht, geht mit.“


Nicht, weil der Weg hart ist.

Sondern, weil er ehrlich ist.

Er führt nicht von dir weg.

Er führt zu dir hin.

 

 

Die Steine des Pfades – Erkenntnisse auf dem Weg

Der Pfad schlängelt sich durch Wälder, über Hügel und stille Lichtungen.

Zwischen Moos und Gras liegen Steine mit eingravierten Sätzen.

Du bleibst stehen. Liest und fühlst.


Auf dem ersten Stein steht:

„Wer anderen Licht bringen will, darf lernen, sein eigenes Herz zu entzünden.“

Viele bleiben dort lange stehen.

Nicht, weil sie die Worte nicht verstehen.

Sondern, weil sie anfangen, sich zu fühlen.


Ein Stück weiter, am zweiten Stein, steht:

„Heilen heißt: dich selbst nicht mehr zurückzulassen.“

Dieser Satz trifft viele Pilger wie ein Schlüsselmoment.

Denn sie erkennen:

Heilung beginnt dort,

wo wir aufhören, uns selbst zu übergehen.


Weiter oben, am dritten Stein, steht:

„Was wir im Außen kontrollieren, wollen wir im Inneren schützen.“

Und manche verstehen erst in diesem Moment:

Kontrolle war nie Macht —

sie war ein Schutz für etwas Verletzliches in uns.

 

 

Begegnung am Pavillon – die Frage, die alles verändert

Kurz vor dem Gipfel steht ein kleiner Pavillon aus Holz.


Auf dem Weg dorthin begegnen wir nicht weisen Lehrern –

wir begegnen uns selbst in Symbolgestalt.

Manchmal erscheint eine alte Frau.

Manchmal ein alter Mann.

Und manchmal ist da nur ein inneres Wahrnehmen –

eine stille, klare Präsenz, die man mehr fühlt als sieht.


Keine dieser Begegnungen gibt Ratschläge.

Alle sind nur Symbole.

Ein Spiegel.

Eine Erinnerung.


Und egal, welche Form sich dir zeigt –

sie stellt nur eine einzige Frage, ruhig und ohne Erwartung:

„Was möchtest du wirklich heilen?“


Viele spüren in diesem Moment:

Es geht nicht um Methoden.

Nicht um Fähigkeiten.

Nicht einmal um Andere.

Es geht darum, endlich sich selbst zu begegnen.

 

 

Das Haus der Wege – der Ort, an dem du dir selbst begegnest

Ganz oben, am Ende des Weges, steht das Haus.

Schlicht.

Still.

Zeitlos.


Du öffnest die Tür.

Innen: Leere.

Keine Bilder.

Keine Zeichen.

Keine Worte.

Nichts, woran der Blick hängenbleiben kann.

Nichts, was lenkt.

Nur Raum.


In der Mitte ein Becken aus Stein.

Das Wasser darin ist so klar und unbewegt,

als hätte niemand es je berührt —

ein Wasser, das nichts hinzufügt und nichts wegnimmt.


Du trittst näher.

Ein Gedanke taucht in dir auf:

„Dieses Wasser erwartet nichts von mir — deshalb kann ich mich darin erkennen.“


Wer hineinsieht, erkennt nichts Äußeres.

Keine Form.

Keine Kontur.


Nur einen Moment lang — sich selbst.

Nicht das Gesicht.

Sondern das, was darunter lebt.


Ein weiterer Satz entsteht:

„Es zählt nicht, was du gelernt hast –

sondern, was dich verwandelt hat.“


Ein dritter folgt:

„Heilen beginnt, wenn wir uns selbst liebevoll begegnen –

und wahre Heilkraft entsteht, wenn wir anerkennen,

was in uns Aufmerksamkeit braucht.“


Du atmest.

Etwas entspannt sich in dir.

Die Kontrolle lässt nach.

Vertrauen beginnt.

Und dann verändert sich etwas in dir – leise, aber spürbar.


„Wenn der innere Lärm verstummt, höre ich endlich meine eigene Stimme –

und erkenne: Ich darf mich entscheiden, gesund zu sein.“


In dieser Erkenntnis siehst du klar:

„Selbstheilung ist kein Ziel, sondern Voraussetzung.“

Nicht als Forderung.

Nicht als Leistung.

Sondern als liebevolle Verantwortung mir selbst gegenüber.


Ich begleite andere nicht, anstatt bei mir zu sein.

Ich begleite andere, weil ich bei mir bin.

Heilen ist kein "Tun".

Heilen ist ein Prozess.

Und dieser Prozess beginnt

nicht beim Anderen, sondern bei mir selbst.


Viele kommen mit der Frage:

„Wie kann ich anderen helfen oder heilen?“

Doch sie gehen mit einer anderen Frage:

„Bin ich bereit, mich selbst zu heilen?“

 

 

Das Geschenk: Rückverbindung zu dir – frei von dem, was dich festgehalten hat.

Beim Verlassen des Hauses erhält niemand einen Gegenstand.

Es wird nichts überreicht, nichts erklärt.

Doch etwas begleitet dich.

Kein Gegenstand.

Keine Technik.

Keine Methode.


Nur eine innere Gewissheit:

„Ich bin angekommen.

Nicht hier — in mir.“


Und dann — wie ein Wissen, das nicht gelernt, sondern erinnert wird:

„Ich gebe mir nichts Neues. Ich erinnere mich nur an das, was ich längst bin.“

„Ich bleibe bei mir, während ich für andere da bin.

Nicht aus Abgrenzung – sondern aus Verbundenheit: mit mir und mit ihnen.“


Aus der Stille entsteht Klarheit:

„Je stiller es in mir wird, desto klarer wird meine Erkenntnis –

nicht viele Gewissheiten, nur eine:

Ich bin sicher, wenn ich mir selbst treu bleibe.“

 

 

Reflexion für deinen eigenen Weg: Moment der inneren Entscheidung

  • Wofür bin ich losgegangen?

  • Welche Mauern schützen mich — und welche halten mich zurück?

  • Wo kontrolliere ich im Außen, weil im Inneren etwas Schutz sucht?

  • Wo lasse ich mich selbst noch im Stich?

  • Welcher kleine Schritt wäre heute ein Ja zu mir?


Und die wichtigste Frage:


"Bin ich bereit, mit mir zu beginnen?"

Frieden in mir zu finden, bevor ich anderen Frieden bringe –

und Heilung in mir zuzulassen, bevor ich sie weitergebe?





 
 
 

1 Kommentar


Gast
31. Okt.

Berührend und voller Weisheit zugleich. 🥰

Was mir noch dazu einfällt: "Jede Seele durchlebt ihren ganz eigenen Heilungsprozess. Je tiefer wir diesen zulassen, desto vollständiger ist er."

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Dr. med. Martin Teschner


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