Warum unser Gehirn nicht die Wahrheit sucht – sondern Sicherheit
- Martin T
- 3. Nov.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 11. Nov.

Warum unser Gehirn nicht die Wahrheit sucht – sondern Sicherheit
Stell dir vor, du wanderst durch einen Wald.
Es raschelt im Gebüsch.
Dein Gehirn prüft nicht objektiv:
„Mal sehen, ob das rational gefährlich ist.“
Es reagiert sofort:
„Gefahr möglich → Achtung!“
Das ist kein Fehler, sondern Biologie.
Das Gehirn ist weniger ein Wahrheitsdetektor als ein Vorhersage- und Sicherheitsorgan:
Es ist darauf optimiert, dich am Leben zu erhalten.
Das Gehirn bewertet nicht "wahr" – sondern "vertraut"
Gedanken werden nicht nach ihrem Wahrheitsgehalt gespeichert, sondern nach:
Wiederholung – Wie oft habe ich das gedacht?
Emotion – Wie stark habe ich es gefühlt?
„Wird ein Gedanke oft genug gedacht und gefühlt, speichert das Gehirn ihn als wahr.“
Das ist keine Schwäche.
Das ist Überlebensintelligenz.
Denn:
Vertraut = sicher.
Unbekannt = potenziell gefährlich.
Warum Wiederholung „wahr“ wirkt
Stell dir Gedanken wie Wege im Wald vor:
Einmal gedacht → dünner Pfad
Hundertmal gedacht → Trampelpfad
Täglich gedacht → breiter Weg
Die Neurowissenschaft nennt das "Neuroplastizität, "
Hebb’sche Regel: „Neuronen, die zusammen feuern, verbinden sich.“
Gehirnmodus | Evolutionärer Vorteil |
Wiederholung | „Ich kenne das – war bisher nicht gefährlich.“ |
Emotion | „Das ist wichtig fürs Überleben.“ |
Warum Bedeutung stärker wirkt als Wahrheit
Das "limbische System" markiert, was überlebensrelevant ist:
Gefahr (Angst) oder Belohnung (Freude).
"Emotion = Priorität. "
Eine emotionale Erfahrung prägt tiefer als hundert Erklärungen.
Darum können Sätze wie
„Ich schaffe das.“
„Ich bin auf Heilung ausgerichtet.“
„Mein Körper erinnert sich an Gesundheit.“
mehr bewirken als reine Faktenlisten – wenn sie gefühlt und wiederholt werden.
Kann man negative Muster „umschreiben“?
Ja – durch neue Bedeutung und Erfahrung.
Nicht durch Wegdrücken, sondern durch Neuverkopplung:
Erkennen:
Welche Geschichte erzähle ich mir gerade?
Neu gestalten:
Szene aufschreiben oder visualisieren –
wie sieht sie aus, wenn ich sicher, stark, geführt bin?
Fühlen & wiederholen:
Die neue Version bildhaft erleben (Körpergefühl, Atem, Tonfall) und regelmäßig üben.
Beweise im Alltag sammeln:
Kleine Handlungen, die den neuen Weg bestätigen.
So entstehen neue neuronale Wege. Der alte Pfad bleibt, wird aber seltener genutzt.
Heilung heißt nicht vergessen –
Heilung heißt: "Bedeutung verändert sich."
Was heißt das für Heilung und Begleitung?
Neurowissenschaftlich:
Neue Gedanken + neue Erfahrungen → neue Bahnungen im Gehirn.
Energetisch (Horst Krohne):
Neue Gedanken → neue Information im Feld.
Beides zielt auf dasselbe Prinzip:
"Innere Information formt erlebte Realität."
„Veränderst du deine innere Information, verändert sich deine äußere Erfahrung.“
Neurowissenschaft | Geistiges Heilen |
Gedanken formen neuronale Netzwerke | Gedanken formen das Informationsfeld |
Wiederholung verändert das Gehirn | Wiederholung verändert Schwingung |
Bedeutung erzeugt Aktivierung | Gefühl erzeugt Resonanz |
Mini-Übung (90 Sekunden)
Nimm einen wiederkehrenden belastenden Gedanken.
Schreibe darunter: „Was möchte ich stattdessen glauben?“
Formuliere einen Satz, der stimmig ist (z.B. „Ich darf in meinem Tempo gesund werden.“).
Visualisiere 20–30 Sekunden lang die Szene, in der dieser Satz bereits wahr ist.
Spüre Atmung, Haltung, Gesichtsausdruck.
Finde eine Mini-Handlung für heute, die das bestätigt.
Die Essenz
Unser Gehirn ist ein Sicherheitsorgan.
Vertrautheit wirkt glaubwürdiger als Neues.
"Emotion macht Information bedeutsam."
Wiederholung macht aus einem Gedanken eine innere Realität.
Für Heilarbeit und Medizin heißt das:
Unterstützen wir Menschen darin, ihre innere Information zu verändern –
durch neue Bedeutung, fühlbare Bilder und kleine Beweise –,
kann sich auch die äußere Erfahrung verändern.
Neue Gedanken sind wie neue Wege im Wald:
Am Anfang schmal, später sichtbar, irgendwann der neue natürliche Weg.
Heilung beginnt dort,
wo ein Mensch den Mut hat, einen neuen inneren Weg zu gehen —
Gedanke für Gedanke. Schritt für Schritt.




Dankeschön für dieses geteilte Wissen und die daraus gewonnenen Erkenntnisse. Sehr wertvolle Übungen. ☀️