Die Kraft des Annehmens
- Martin T
- 20. Okt.
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 11. Nov.

Horst Krohne und die Kraft des Annehmens
Wenn das Leben uns mit Krankheit, Verlust oder innerer Erschütterung konfrontiert, taucht fast unweigerlich die Frage auf:
│ „Warum passiert mir das gerade jetzt?“
Für den Heiler und Bewusstseinsforscher Horst Krohne war diese Frage keine Klage, sondern eine Einladung – eine Einladung, das Leben nicht als zufällige Abfolge von Ereignissen zu sehen, sondern als präzise Rückmeldung der Seele.
Er lehrte, dass Krankheit, Krise oder Verlust nicht gegen uns geschehen, sondern für uns. Sie verweisen auf Lernprozesse, ungelöste Konflikte und seelische Blockaden, die genau jetzt reif sind, erkannt und integriert zu werden.
Die Frage als Tor zur Selbsterkenntnis
„Warum passiert mir das gerade jetzt?“ – diese Frage öffnet den Raum der Selbstbegegnung. Sie lädt dazu ein, still zu werden und zu fragen:
Welche Lernaufgabe steckt in dieser Erfahrung?
Was will mir mein Körper oder mein Umfeld zeigen?
Welche Veränderung in meinem Denken, Fühlen oder Handeln steht an?
Für Krohne war jede Krankheit eine Botschaft der Seele, die uns aufmerksam machen will, wo wir aus dem Gleichgewicht geraten sind.
Der Zeitpunkt „gerade jetzt“ zeigt, wann eine verdrängte Energie bereit ist, ans Licht zu kommen und bewusst erkannt zu werden.
Heilung in drei Schritten
In seiner jahrzehntelangen Arbeit beobachtete Krohne immer wieder:
Heilung geschieht, wenn wir die Botschaft hinter dem Symptom erkennen, annehmen und transformieren.
Erkennen – Warum geschieht das gerade jetzt? Bewusstwerden ist der Beginn jeder Veränderung.
Annehmen – Ich akzeptiere die Botschaft ohne Widerstand. Das innere „Nein“ wandelt sich in ein stilles „Ja“.
Transformieren – Ich ändere meine Haltung, mein Denken, mein Fühlen – und Heilung wird möglich.
│ „Es geschieht nichts gegen dich, sondern für dich“ (Horst Krohne)
Die Macht des Annehmens
Warum war für Krohne das Annehmen so entscheidend?
Weil Widerstand Energie bindet. Solange wir denken:
„Das darf nicht sein“ oder „Ich will das nicht“, halten wir das Problem fest – wie eine Faust, die nicht loslassen kann.
Annehmen bedeutete für ihn nicht Resignation, sondern Bewusstwerdung:
│ „Ich erkenne an, dass diese Erfahrung Teil meines Weges ist.“
In diesem Moment öffnet sich das energetische System. Körper, Seele und Geist treten in Bewegung, und der zuvor blockierte Lebensfluss beginnt wieder zu strömen. Heilung wird nicht erzwungen, sondern zugelassen.
Brücken zwischen Spiritualität und Wissenschaft
Was Horst Krohne in seiner Heilarbeit erkannte, bestätigen heute Psychologie und Neurowissenschaft. Seine Vorstellung vom „energetischen Fluss“ und der „Blockade durch Widerstand“ lässt sich als Stress- und Emotionsregulation verstehen.
Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) zeigt, dass das bewusste Annehmen unangenehmer Gefühle – statt sie zu verdrängen – Stress, Angst und Anspannung deutlich reduziert. Menschen, die innere Erfahrungen akzeptieren, zeigen mehr Resilienz und seelische Stabilität.
Auch Carl Gustav Jung erkannte, dass Heilung geschieht, wenn der Mensch seinen „Schatten“ – die verdrängten Anteile – integriert.
Sein Satz: „Was du ablehnst, bleibt bestehen. Was du ansiehst, kann sich wandeln“ fasst in psychologischer Sprache zusammen, was Krohne als Transformation durch Bewusstwerdung beschrieb.
Der Logotherapeut Viktor Frankl lehrte, dass Angst sich löst, wenn man aufhört, gegen sie anzukämpfen – eine Haltung, die er „paradoxe Intention“ nannte.
Auch die Neurowissenschaft belegt: Akzeptanz senkt die Aktivität der Amygdala (unser Angstzentrum im Gehirn) und aktiviert den präfrontalen Cortex, der für Bewusstsein und Selbstregulation zuständig ist.
Was Krohne als „energetischen Stau“ bezeichnete, lässt sich also auch neurobiologisch verstehen:
│ "Widerstand erzeugt Stress – Annahme beruhigt das System und fördert Heilung"
Die Haltung des Annehmens
Krohnes Lehre ist kein Glaubenssystem, sondern eine bewusste innere Haltung.
Sie beschreibt, wie Heilung geschieht, wenn wir aufhören, gegen das zu kämpfen, was in uns wirkt.
Louise Hay sah Krankheit als Botschaft des Körpers, die zeigt, wo uns Selbstliebe fehlt. Heilung beginnt, wenn wir sagen: „Ich bin bereit, anders zu denken.“
Byron Katie erkannte, dass Leiden aus dem Widerstand gegen die Realität entsteht. Durch das Hinterfragen belastender Gedanken – „Ist das wirklich wahr?“ – lösen sich Kampf und Angst.
Christiane Beerlandt beschrieb jedes Symptom als Spiegel des Selbstbildes. Wer seine verletzten inneren Anteile liebevoll annimmt, verwandelt Schuld in Verständnis – ganz im Sinne von Krohnes „Annehmen statt Bekämpfen“.
Brandon Bays zeigte in "The Journey," dass Heilung geschieht, wenn wir gespeicherte Emotionen bewusst fühlen, statt sie zu verdrängen. Dieses Durchfühlen befreit die im Körper gebundene Energie – ein Vorgang, den Krohne als Wiederherstellung des Lebensflusses verstand.
Alle diese Wege führen zu derselben Erkenntnis:
│ "Widerstand bindet Energie, Annahme verwandelt sie"
Essenz für die Arbeit von Heilern
Horst Krohne lehrte, dass wahre Heilung aus dem inneren Frieden und der bewussten Annahme entsteht. Heilung geschieht nicht durch Kampf, sondern durch das Zulassen des natürlichen Gleichgewichts, das in allem Leben wirkt.
Der Heiler ist kein Handelnder, sondern ein dienender Kanal der göttlichen Ordnung, durch den Heilenergie frei fließen kann.
Widerstand bindet Energie – Annahme verwandelt sie in Bewusstsein und öffnet den Raum für Wandlung.
Je stiller der Heiler in sich ruht, desto klarer spiegelt er die Ordnung der Urquelle im Hilfesuchenden.
Annahme bedeutet, das, was ist, liebevoll zu umarmen und seine Botschaft zu erkennen.
So entsteht Heilung nicht als Eingriff, sondern als Rückkehr zur Ganzheit.
Mitgefühl ersetzt Mitleid, denn der Heiler sieht im anderen das gleiche göttliche Licht, das in ihm selbst wirkt.
Im Zustand der inneren Hingabe geschieht Heilung von selbst – nicht durch Wollen, sondern durch Sein.
│ „Solange du gegen etwas kämpfst, hältst du es fest. Erst wenn du es umarmst,
löst es sich“ (Horst Krohne)
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